Projektleitung im Tourismus

AG SeeGang_2016_01

Gemeinsam mit dem Team der Arbeitsgemeinschaft “Premiumwanderweg SeeGang” darf ich auch im nächsten Jahr die Projektleitung für den SeeGang übernehmen. Ich freue mich weiterhin auf spannende Projekte und die Umsetzung unserer Ideen für die nachhaltige Weiterentwicklung dieses tollen Tourismusprojekts am Bodensee!

Premiumwanderweg Stettener Panoramaweg zertifiziert

6. Premiumweg des Hegauer Kegelspiel eröffnet

 

Am 2. Oktober 2015 war es endlich soweit und der sechste Premiumwanderweg des Hegauer Kegelspiels wurde feierlich an der Gaststätte Hegaustern eröffnet! Ich war mit dabei und habe für Sie die Highlights des Weges festgehalten.

Zur Eröffnungsfeier des Premiumwanderweges Stettener Panoramaweg

Eröffnung durch Herr Bürgermeister Moser und Jörg Unger von Hegau Tourismus

Der Stettener Panoramaweg ist 7,4 km lang und führt zunächst hinauf zum höchsten Punkt des Hegau, nämlich der Ruine der Burg “Neuhewen”. Diese kann zwar nicht betreten werden, ist aber trotzdem ein Hinkucker nach dem ersten Anstieg.

Burgruine Neuhewen

Danach führt die Rundtour, die man gemütlich in 2 bis 2,5 Stunden erwandern kann, durch den Wald bis zu einer großen Grillstelle mit Spielplatz und Rastbänken.

Grillplatz unterhalb des Neuhewen

Der weitere Wegabschnitt führt rund um den Engener Stadtteil Stetter. Hier wird man von Feldern und Wiesen begleitet und mit Ausblicken auf die Hegauer Landschaft belohnt.

IMG_5732 (Kopie) Felder entlang des Premiumwanderweges

Wiesenweg entlang des Stettener Panoramaweges

Selbstverständlich ist der neue Premiumwanderweg wieder gut ausgeschildert (blaue Wegweiser mit Wegname) und markiert (Markierungszeichen Hegauer Kegelspiel):

Wegweiser Premiumwanderweg Stettener Panoramaweg

Markierungszeichen Premiumwanderweg Stettener Panoramaweg

Nach ca. 2/3 Drittel des Weges und einem beachtlichen Anstieg erreicht man die (heiß begehrte) Himmelsliege mit einer grandiosen Aussicht auf die Vulkanlandschaft des Hegau.

Himmelsliege mit Aussicht auf das Hegaupanorama

 

Der Stettener Panoramaweg wurde mit 57 Punkten ausgezeichnet und eignet sich aufgrund der wenigen Anstiege und Länge auch gut für Familien. Start- und Endpunkt ist der Parkplatz an der Gaststätte, wo man sich an der Portaltafel über den Wanderweg inkl. Höhenprofil und Wegehighlights informieren kann.

Portaltafel Stettener Panoramaweg am Start- und Endpunkt der Tour

Traumhafter Wandertag

Ich freue mich sehr, dass uns gemeinsam mit Hegau Tourismus, der Stadt Engen sowie Herrn Scheerer vom Schwarzwald Verein ein toller und aussichtsreicher Premiumwanderweg gelungen ist. Damit ist das Hegauer Kegelspiel aber noch lange nicht fertiggestellt, denn die Wege Nr. 7 und 8 sind liegen bei mir zur weiteren Bearbeitung auf dem Schreibtisch und werden wahrscheinlich im Frühjahr 2016 zur Zertifizierung freigegeben. webconaction wird natürlich weiter darüber berichten! :-)

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Premiumwanderweg Krebsbachputzer (Rundtour, Hegauer Kegelspiel)
Premiumwanderweg SeeGang (Streckenwanderweg, Bodensee)

Premiumwanderweg Krebsbachputzer Eröffnung

Am Sonntag, 28. Juni 2015 fand die Eröffnung des vierten “Hegauer Kegelspiels” in Eigeltingen statt. Am Portalstandort bei der Lochmühle wurde die Zertifizierung mit 50 Punkten vom “Krebsbachputzer” gefeiert. Eine abwechslungsreiche Wanderung entlang des lieblichen Krebsbaches und durch die wunderschöne Landschaft des Krebsbachtales inkl. tollen Ausblicken folgten. Hier ein paar webconaction-Impressionen von einem wanderfulen Tag!

Neuer Premiumwanderweg im Hegau

Projektleitung Premiumwanderwege Hegauer Kegelspiel

Am Sonntag, 28. Juni wird der vierte Premiumwanderweg vom “Hegauer Kegelspiel” eröffnet! Ich werde mit von der Partie sein, wenn der Krebsbachputzer offiziell durch Bürgermeister Alois Fritschi eröffnet wird.  Jochen Becker vom Deutschen Wanderinstitut wird in diesem feierlichen Rahmen die Zertifizierungsurkunde mit dem Deutschen Wandersiegel überreichen. Anschließend startet die gemeinsame Wanderung durch das Krebsbachtal, inklusive Einkehr im Gasthaus Schwanen in Reute.

Der rund 13 km lange “Krebsbachputzer” zeichnet sich durch Abwechslungsreichtum, eine intakte Natur, viel Wasser und tolle Ausblicke auf den Überlinger See, die Hegauberge und das Selltal aus.  Ich werde bei der Eröffnungswanderung die Sitzgruppen, Himmelsliegen und die neu angelegten Rastplätze ausgiebig testen und hier wieder darüber berichten. :-)

Best of Bodensee 2015 – Erfrischende Bodensee-Pressegespräche auf der ITB in Berlin

webconaction Barbara Reichart beim Bodenseetalk auf der ITB 2015

Am Freitag, 06.03.2015 präsentierte die internationale Bodenseeregion ein Best of  für das Tourismusjahr 2015 auf der Weltleitmesse des Tourismus (ITB) in Berlin. Mehr als 40 renommierte Vertreter von führenden Reisefachmedien folgten der Einladung der Internationalen Bodensee Tourismus GmbH (IBT GmbH). Die Neuheiten wurden während einer anregenden Moderationsrunde vorgestellt und anschließend in inspirativen Einzelgesprächen vertieft. „Mit diesen Angeboten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein haben wir heute unseren Ruf als erfrischendes Urlaubsziel zu jeder Jahreszeit unterstrichen“, freute sich Jürgen Ammann, Geschäftsführer der IBT GmbH.

Auf der Blumeninsel Mainau kann man in 2015 eine Reise durch die Gärten Europas unternehmen. Das Fürstentum Liechtenstein zündet mit spektakulären Ausstellungen ein kulturelles Feuerwerk, in St.Gallen finden schon zum zehnten Mal Festspiele im UNESCO-geschützten Stiftsbezirks statt. Zu einem Bodenseeurlaub gehört natürlich die Schifffahrt, von der mehrtägigen Bodenseekreuzfahrt bis zur Weinprobe auf dem Wasser gibt es viele neue Angebote. Aber auch Landratten kommen in Bewegung, zum Beispiel auf den vielen neu zertifizierten Premiumwanderwegen. Nach einem Ausflugstag auf einer der lückenlos ausgeschildeten Routen ist die Rast verdient. Im Thurgau bietet sich dann eine Nacht im Stroh an, eines der vielen Familienangebote des Schweizer Bodenseekantons.

Über die konkreten touristischen Inhalte und Angebote informierten Eric Thiel von Liechtenstein Marketing, Astrid Nakhostin von St.Gallen-Bodensee Tourismus, Petra Pollini von der Bodensee-Schiffsbetriebe GmbH, Sarah Edelmann von Schaffhauserland Tourismus, Barbara Reichart von AG Tourismus Landkreis Konstanz/Deutsche Bodensee Tourismus GmbH, Annette Good von Thurgau Tourismus sowie Bettina Gräfin Bernadotte von der Insel Mainau.

Ein gemeinsames Get-together mit den Tourismusfachkräften und Geschäftspartnern der Vierländerregion Bodensee rundete die erfolgreichen Bodensee-Pressegespräche 2015 gebührend ab. Mit freundlicher Unterstützung der „Weinregion Bodensee“ konnten die Gäste die zwei Leitrebsorten „Müller-Thurgau – Staatsweingut Meersburg, Deutschland“ sowie „Spätburgunder  – Wein-Kellerei Rahm, Schweiz“ genießen. Das Bodensee Get-together erfolgte auf Einladung der Deutschen Bodensee Tourismus GmbH, des Landkreises Konstanz, St.Gallen-Bodensee Tourismus, Schaffhauserland Tourismus, Liechtenstein Marketing sowie des Verbandes der Tourismuwirtschaft Bodensee e.V. und wurde durch die IBT GmbH organisiert.

 

Die Jahreshöhepunkte kurz skizziert:

Bodensee mausert sich zur Wanderdestination
In gleich drei Revieren wurden am Bodensee im Jahr 2014 Premiumwanderwege beschildert und zertifiziert. Zu den Bodensee LandGängen auf der nördlichen Seeseite gesellen sich die DonauFelsenLäufe rund um Sigmaringen, das Hegauer Kegelspiel in der Vulkanlandschaft am westlichen Bodensee und – zu guter Letzt im November zertifiziert – der Strecken-Premiumwanderweg SeeGang. Er verläuft auf 53 Kilometern von Überlingen nach Konstanz, und das immer in Seenähe. Wanderfreunde können sich 2015 im Hegau gleich auf mehrere Premieren freuen: Bis Ende des Jahres sollen im Rahmen des Kegelspiels weitere vier Premium-Wege ausgewiesen werden.

Tourismusprojekt - webconaction übernimmt gerne die Projektleitung

Liechtensteiner Kulturjahr 2015
Vaduz, das Herz des Fürstentums Liechtenstein, wird 2015 zur Kultur- und Flaniermeile. Unter dem Motto „Vom Fürstentum über die Welt ins Weltall“ werden erstmals an Ostern Objekte in der neuen Schatzkammer im Engländerbau in Vaduz gezeigt. Neben den liechtensteinischen Kronjuwelen kann unter anderem das weltgrößte Fabergé-Ei bestaunt werden. Das Liechtensteiner Kunstmuseum eröffnet am 23. Mai den Erweiterungsbau der Hilti Art Foundation. Und mit der Bad RagARTz richtet Liechtenstein dieses Jahr wieder die größte Skulpturenausstellung  Europas aus. Rund 2.200 Tonnen Kunst können in Vaduz und im Schweizerischen Bad Ragaz entdeckt werden, 40 Skulpturen machen die Vaduzer Fußgängerzone im Mai zur Open-Air Galerie.

Cruisen und staunen in St.Gallen
Die neue Touring-Route „Grand Tour of Switzerland“ schlängelt sich 1.600 Kilometer durch die schönsten Gegenden der Schweiz. Die Strecke führt auch nach St.Gallen, das sich für einen kulturreichen Zwischenstopp anbietet. Höhepunkt ist der St.Galler Stiftsbezirk mit seiner barocken Kathedrale, der 1983 samt Bibliothek und Stiftsarchiv in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Aktuell ist hier die Ausstellung „Wenn Bücher Recht haben – Justitia und ihre Helfer in Handschriften der Stiftsbibliothek St.Gallen“ zu sehen. Im Sommer wird der Stiftsbezirk zur Bühne, zum 10. Jubiläum der St.Galler Festspiele steht die Verdi-Oper „I due Foscari“ auf dem Programm.

150 Jahre Schifffahrtsgesellschaft  Untersee und Rhein
Einmal Schippern gehört zu jedem Bodensee-Urlaub traditionell dazu. Die Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein feiert dieses Jahr ihr 150 Jahr Jubiläum. Die jährliche Flottensternfahrt, bei der sich die Bodenseekapitäne zum „Bugkuss“ treffen, findet dieses Jahr deswegen am 25. April im UrH Heimathafen Kreuzlingen statt. Bei der Flottenparade vor Steckborn und Gaienhofen am 6. Juni sind zum ersten Mal in der Geschichte des Unternehmens alle sechs Schiffe an einem Ort zu sehen. Im Juni und im September findet außerdem erstmalig eine dreitägige Bodenseekreuzfahrt statt. Mit der MS Stein am Rhein geht es im Juni und im September von Schaffhausen nach Bregenz, inklusive spannender Landgänge.

Kurzurlaub an Bord der Bodensee-Schiffsbetriebe
Auch die Schiffe der Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) verbinden die Städte rund um den Bodensee über Ländergrenzen hinweg. Die Fahrt selbst ist ein Kurzurlaub: Die Gipfel der österreichischen und der Schweizer Alpen ziehen vorüber, sanfte Hügel sind auf der deutschen Seite zu sehen. Kulinarische Fahrten verwandeln die Schiffe ins neue Lieblingsrestaurant, neue Caterer servieren bei Themenfahrten beispielsweise Pasta, Tapas oder laden zur Weinprobe. Sommerliche Höhepunkte sind die Fire & Dine-Fahrten zu den Seenacht- und Uferfesten. Mit einem Kombiticket für die Bregenzer Festspiele können sich Opernfans mit dem Schiff zur Aufführung chauffieren lassen, im Winter zeigt sich der See bei Adventsfahrten oder an Silvester in ganz neuen Farben. Zur neuen Saison kann man außerdem eine Schifffahrt auf einem Kulturdenkmal erleben: Die denkmalgeschützten Motorschiffe „Baden“ und „Schwaben“ aus den 1930er Jahren werden im Kursverkehr eingesetzt.

Typisch Thurgau – für Familien nur das Beste
Am westlichen Schweizer Bodensee gibt es einen neuen Fabelweg zwischen Steckborn und Ermatingen. Etwa drei Stunden können Familien hier an 18 Tafeln vorbei spazieren. Mit Geschichten wie „Der schnelle Hase und die beharrliche Schildkröte” sind kleine Quizrunden verknüpft, oft werden die Kinder aufgefordert, sich bis zur nächsten Tafel eigene Gedanken zu machen. Für aktive Familien bietet sich die Familienroute Bodensee-Rhein an. Der 187 Kilometer lange Radweg  ist flach und bestens ausgebaut. Unterwegs am See locken Strandbäder, Grill- und Spielplätze zuhauf. Auch beim Übernachtungsangebot setzt der Thurgau auf ausgefallene Familienangebote. Mehrere Ferienhöfe bieten „Schlafen im Stroh“ an.

Reise durch Europa auf der Blumeninsel Insel Mainau
Im Blumenjahr 2015 entführt die Mainau ihre Besucher aus aller Welt auf eine Reise durch die Gärten. Unter dem Jahresmotto „God Dag, Kalimera, Dobrý Den“ wurden einzelne Parkbereiche auf der Blumeninsel in europäische Themenwelten verwandelt. Auch die Mainau-Gastronomie schließt sich der Europareise an und verwöhnt ihre Gäste mit abwechselnden landestypischen Spezialitäten. Im Rahmen der ersten „Langen Nacht der Bodenseegärten“ am 13. Juni können Besucher die Mainau bei einer Lampionführung neu entdecken.

Planungsphase bei der Erstellung von Premiumwanderwegen

In meinem ersten Blogbeitrag rund um die Konzeption von Premiumwegen habe ich erläutert, was Premiumwanderwege, die mit dem Wandersiegel des Deutschen Wanderinstitutes zertifiziert sind, ausmachen. Heute möchte über meine Erfahrungen in der ersten Phase bei der Erstellung von zertifizierten Wegen berichten.


Phase 1: Strukturenbildung, Planung des Wegeverlaufes

 

Unser Ausgangspunkt: ein Ort oder eine Region wurden auf Ihre “Premiumwege-Tauglichkeit” mittels einer Machbarkeitsstudie von einem Planungsbüro überprüft. Meist gibt es nach einer solchen Studie bereits erste Ideen, wie der Weg oder die Wege (falls z.B. mehrere Rundwanderwege entstehen sollen) verlaufen könnten.

In dieser ersten Phase ist es nun wichtig, ALLE betroffenen Personen an einen Tisch zu holen und über die Wanderwege-Pläne zu berichten.

Dazu zählen natürlich in erster Linie die Geldgeber. In meinen Fällen waren dies immer touristische Kommunen, Gemeindeverwaltungen oder Landkreise. Die Verantwortlichen in den Gemeinden oder Stadtverwaltungen spielen eine zentrale Rolle bei der Umsetzung von Premiumwegen. Zum Einen sind natürlich sie diejenigen, die die Premiumwege bezahlen (müssen), zum Anderen werden alle Verhandlungen mit Grundstückseigentümern, und damit auch alle Haftungsfragen, über die Verwaltung geführt. Auch die nachhaltige Pflege der Wege betrifft meist auch die Gemeinde oder Stadt, auf deren Gemarkung der Weg verläuft.

Und: die Erfahrung zeigt, je mehr ein Weg (auch politisch) gewollt ist, desto schneller und reibungsloser verlaufen die Gespräche mit den Grundstücksbesitzern und damit auch die gesamte Umsetzung des Wanderweges. Ich weiß, dass nicht jeder Bürgermeister  wanderafin ist oder Zeit hat, sich mit Eigentümern an den Tisch zu setzen, um sich die Erlaubnis zur Beschilderung eines Wanderweges einzuholen. Aber … in Gemeinden oder Städten, wo dies stiefbrüderlich behandelt wird, wo Unterlagen immer wieder ganz nach unten rutschen, wo Mitarbeiter wenig informiert sind oder ganz einfach keine Lust haben, die Gespräche zu führen, da kann sich die Umsetzung schon mal in die Länge ziehen. Oder den Weg komplett sterben lassen.

Mein Rat daher: versuchen Sie Ihre Bürgermeister von Anfang an für das Projekt zu begeistern und sie mit ins Boot zu holen. Premiumwege sind eine Investition in die Infrastruktur einer Destination. Zeigen Sie ihnen, welchen Wert Ihr Projekt nicht nur für Feriengäste, sondern auch für die einheimische Bevölkerung hat und wer am meisten von den Wegen profitieren wird (nämlich die Gastronomie, Bäcker, Metzger und Co).

Sitzung des Tourenteams SeeGang

Alle Partner von Anfang an ins Boot holen

 

Neben den Wegeplanern, der Projektleitung und den Geldgebern empfehle ich gleich zu Beginn die Verantwortlichen aus dem Forst und den Wanderverbänden (z.B. Schwarzwaldverein, Schwäbischer Albverein) mit an den Tisch zu holen. Diese Entscheidungsträger (oder auch Lenkungsgruppe genannt) sollten sich in regelmäßigen Abständen treffen und die vielen Entscheidungen rund um das Projekt treffen.

Ein Beispiel aus der Praxis von Hegau Tourismus. Hier besteht die Lenkungsgruppe aus Vertretern vom Schwarzwaldverein (2 Personen), vom Forst (1 Person), von Hegau Tourismus (2 Personen), vom Planungsbüro (1 Person) und der Projektleitung (ich).

Vor allem in den ersten Monaten der Planung ist diese Lenkungsgruppe der Dreh- und Angelpunkt des Projektes. Alle wichtigen Punkte (wie z.B. die Gestaltung der Beschilderung, der Möblierung, der Wegeverlaufes, Abstimmung in Haftungsfragen und vieles mehr), werden in dieser Runde entschieden.

 Tourenteamschulung beim Hegauer Kegelspiel

Überarbeitung der Wegeidee bis zur 0-Version

 

Nachdem das Projekt den Entscheidungsträgern präsentiert wurde, geht es nun an die Überarbeitung der vorliegenden Wegeidee(n). Dazu empfiehlt es sich, eine weitere Arbeitsgruppe zu gründen, die aus Wanderexperten aus dem Ort oder der Region bestehen sollte.

Wenn ich Wanderexperten sage, können dies Mitglieder aus einem Wanderverein sein, Menschen die sich bisher schon um die Wanderwege in der Region gekümmert haben, genauso wie Bauhofmitarbeiter oder Wanderfreunde, die die Wanderwege im Ort wie ihre eigene Hosentasche kennen. Beim SeeGang besteht diese Gruppe aus insgesamt 25 Personen, die sich die Strecke von rund 53 km aufgeteilt haben.

Das sogenannte Tourenteam, wird am besten bei einer Schulung über das Thema Premiumwege und die Kriterien im Allgemeinen, sowie die vorliegenden Wegeideen im Besonderen informiert. Gute Erfahrungen habe ich gemacht, wenn das Tourenteam und die Lenkungsgruppe bei einer gemeinsamen Besichtigung eines bereits bestehenden Premiumwanderweges vor Ort erlebt haben, was Premium bei einem Wanderweg bedeutet und wie sich so ein Weg “anfühlt”. Danach wissen alle worum es bei einem Premiumwanderprojekt geht und wie man es für sich selbst umsetzen kann.

Nach der erwähnten Schulung bekommt das Tourenteam dann meist 1-2 Monate Zeit, um den Wegevorschlag (oder die Vorschläge) selbst abzuwandern und weiter zu verbessern. Dabei sollte zunächst die Schönheit des neuen Weges im Vordergrund stehen. Der Kreativität ist in dieser ersten Überarbeitungsphase keine Grenze gesetzt und so mancher Weg hat durch das Tourenteam eine unerwartete, wunderschöne neue Wegeführung erhalten. Ich habe sogar erlebt, dass Planer gesagt haben “da geht nix” und dann wurde doch ein toller Rundwanderweg mit ausgezeichneter Punktezertifizierung gefunden. :-)

In Abstimmung mit den Planern werden die Vorschläge der Wanderexperten eingearbeitet und die Wegeführung immer weiter verbessert bis aus Sicht des Planungsbüros, der Lenkungsgruppe und des Tourenteams die bestmögliche Variante erstellt wurde. Diese Version nennt man dann die sogenannte 0-Version. Die 0-Version wird an die Gemeinden oder Städte zur Abstimmung mit den Grundstückseigentümern sowie dem Forst übergeben.

Scoutversion ProjektPartner Wander für den SeeGang

Gespräche mit Grundstückseigentümern und Forst

 

Die Zeit der Abklärung mit den Grundstückseigentümern kann sich als sehr zäh und langwierig erweisen. Oftmals sind Erbengemeinschaften betroffen oder Grundstückseigentümer stimmen dem Wegeverlauf über ihr Grundstück nicht zu. Dann muss die Route umgeplant werden und die Abklärung beginnt von vorne.

Für diese Phase kann ich nur empfehlen genügend Zeit einzukalkulieren – und da ist ein halbes Jahr schnell rum – und Geduld zu haben. Verlieren Sie nicht den Mut, wenn nach langem Hin und Her der Wege doch nicht so verlaufen kann, wie sich das Tourenteam das Anfangs gewünscht hat. Meist findet sich immer eine Alternative, die sich dann auch für einen Premiumweg eignet.

Wie schon zu Beginn meines Beitrages erwähnt, hängt auch viel vom Engagement der Verwaltung ab, wie schnell (oder langsam) diese Verhandlungen verlaufen. Daher hilft es auch hier, den zuständigen Mitarbeiter von Anfang an mit dem Premium-Virus zu infizieren ;-).

 

Die nächsten Premiumweg-Blogbeiträge werden sich mit folgenden Themen befassen:

  • Wie erhalte ich Fördergelder – Tipps bei der Erstellung von Förderanträgen
  • Beschilderungsplanung und Umsetzung der Beschilderung
  • Möblierungsplanung
  • Portaltafeln – Planung und Gestaltung
  • Wegebau
  • Zertifizierung durch das Deutsche Wanderinstitut
  • Marketing
  • Qualitätsmanagement und Nachhaltigkeit

Erfahrungsbericht bei der Konzeption von Premiumwanderwegen

Im ersten Teil meine Blogbeitragsreihe über Premiumwanderwege habe ich berichtet, was Premiumwege sind, welche verschiedenen Wegetypen es gibt und was das Deutsche Wandersiegel ist. Heute möchte ich näher auf die erste Phase der Wegekonzeption eingehen und dabei von meinen persönlichen Erfahrungen während der Betreuung von drei verschiedenen Premiumwanderwege-Projekten erzählen.

 

Von der Wegeidee zum Premiumwanderweg

Meist steckt hinter dem Wunsch einen Premiumweg oder mehrere Premiumwanderwege zu eröffnen, ein Tourismusmanager (oder ein gesamtes Tourismus-Team), der das Thema “Wandern” in seiner Region oder seinem Tourismusort voranbringen möchte. Wirtschaftsförderung und die Wertschöpfung in der Tourismusregion zu steigern, ein tolles Angebot für Einheimische und Gastgeber zu schaffen und ein Produkt zu entwickeln, dass die Feriengäste begeistern wird, sind die Hauptmotive für die Entwicklung der Wandertouren.

Und genau für diesen Zweck wurde das Gütesiegel der Premiumwege auch geschaffen: um hochwertige, touristische Produkte für den Wandermarkt zu kreieren. Das strenge Zertifikat garaniert dabei einen hochen Qualitätsstandard, der zum Einen absichert, dass die Wege wirklich top sind und  zum Anderen natürlich auch, dass sich nicht jeder x-beliebige Wanderweg auch gleich als Premiumweg bezeichnen kann. Der Erfolg der verschiedenen Premiumwandermarken in den letzten 10 Jahren gibt dem Siegel recht. Ein Premiumbeispiel sind die “Premiumwanderwelten”, in der sich gleich 7 Premiumwanderregionen gemeinsam international vermarkten.

Was benötigt man also, wenn man selbst zu einer Premium-Wanderregion werden möchte?

Hegauer Kegelspiel Aussichten

1. Die Voraussetzungen für Premiumwanderweg(e)

 

Wie schon beschrieben müssen Premiumwege 200 verschiedene Kriterien erfüllen, um das Deutschen Wandersiegels erhalten zu können. Dies sind zum Beispiel:

  • Qualitätskriterium Wegeformat
  • Abwechslungsreichtum und Aussichten
  • Kultur und Zivilisation
  • Natur und Landschaftsbild
  • Wanderleitsystem mit Wegweisern, Markierungszeichen
  • Pflegezustand des Weges
  • und viele mehr

Die Kriterien werden dabei mal positiv mal negativ bewertet. Ein Beispiel beim Qualitätskriterium “Wegeformat”: naturnahe, schmale Pfade werden positiv bewertet, geteerte Wege negativ. Hinter jedem Kriterium widerrum verbergen sich weitere Unterteilungen. Bleiben wir beim Wegeformat werden hier Punkte wie der Belag, die Breite, der Wegsaum, Hinternisse am Wanderweg, die Wegenutzung durch andere Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer, Durchgangsstraßen und die Verkehrssicherheit in die Bewertung mit aufgenommen.

Bodensee LandGänge Bermatinger Waldwiesen in den Weinreben Foto TG Gehrenberg-Bodensee

2. Erfahrene Planer und Berater für Planung von Premiumwanderwegen

 

Als Laie ist es daher sehr schwierig zu erkennen, ob das Wandernetz in der Region auch wirklich als Premiumregion geeignet ist. Daher ist es ratsam externe Berater wie zum Beispiel die “ProjektPartner Wandern” ins Boot zu holen, die mittels einer Machbarkeitsstudie feststellen, ob die Umsetzung von Premiumwanderwegen realistisch ist. Nicht alle Orte und Destinationen haben dabei positive Rückmeldungen bekommen, da oft die zahlreichen Verbundflächen aufgrund der Flurbereinigung Premiumwege unmöglich machen. Fachleute wie von ProjektPartner Wandern mit den Herren Rainer Brämer, Jochen Becker und Matthias Gruber begutachten die Wege auf der Karte und direkt vor Ort und können so eine ehrliche Einschätzung abgeben.

In den drei Projekten, die ich bisher betreut habe, wurden zudem auch erste Wegeideen mitgeliefert, die mögliche Wanderrouten aufzeigten. Dass von dieser ersten Wegeidee (die sogenannte Nullversion) bis zur Umsetzung noch ein langer Weg ist, beschreibe ich im nächsten Teil.

So geht es weiter:

  • Von der Nullversion zur umsetzbaren und genehmigten Wegeversion
  • Die Zusammenarbeit mit Vereinen, Wanderern und Verantwortlichen vor Ort
  • Förderanträge
  • Gespräche und Zustimmung Grundstückseigentümer
  • Beschilderungsplanung
  • Möblierungsplanung
  • Portaltafeln – Planung und Gestaltung
  • Umsetzung Beschilderung
  • Umsetzung Möblierung
  • Wegebau
  • Zertifizierung durch das Deutsche Wanderinstitut
  • Marketing

Eröffnungsfeier Hegauer Kegelspiel

Premiumwanderwege im Hegau eröffnet

Am Sonntag, 6. Juli 2014 wurden am Hohentwiel feierlich die ersten beiden Wege des “Hegauer Kegelspiel” eingeweiht. Neben der offiziellen Übergaben des Deutschen Wandersiegels und dem Durchschneiden des Wegebandes gab es ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm für die rund 250 Gäste. Traumhaft war die geführte Wanderung bei unglaublichen Ausblicken in den Hegau und an den Bodensee!

Ich freue mich sehr, Teil dieses Projektes sein und im Herbst 2014 und Frühjahr/Sommer 2015 die nächsten Premiumwanderwege im Hegau umsetzen zu dürfen.

Impressionen von der Eröffnungsfeier des “Hohentwieler” und “Hewensteig”

 

 

Weitere Artikel zum Thema Wandern:

* Premiumwanderwege am Bodensee und im Hegau

* Projektbetreuung Premiumwanderwege – oder was sind Premiumwege? Teil 1

* Allgäuer Alpenblog

* Wandertriologie Allgäu

 

Presseberichte:

Südkurier vom 7. Juli 2014: Neuer Wanderweg in Singen eröffnet

Projektbetreuung bei Premiumwanderwegen oder: was sind Premiumwege

Projektbetreuung bei den Premium-Rundwanderwegen im Hegau – von der Planung der Wanderwege bis zur Zertifizierung Teil 1

Seit Mai 2013 betreue ich als Projektleiterin die Planung und Umsetzung der ersten Premiumwanderwege im Hegau. Kommenden Sonntag ist es endlich soweit und die ersten beiden Premiumwege des “Hegauer Kegelspiel” werden eröffnet.

Wanderlogo Hegauer Kegelspiel

Höchste Zeit also einen Blick hinter die webconaction-Kulissen zu werfen und meine Erfahrungen mit Ihnen bei der Realisierung von Premiumwanderwegen zu teilen. Bevor ich jedoch damit beginne, zunächst im 1. Teil ein kurzes Update was Premiumwege überhaupt sind und was sie von den Millionen 0815-Wanderwegen unterscheidet.

Projektleitung: Barbara Reichart, webconaction

Was sind Premiumwanderwege?

Premiumwanderwege Wandertouren, die den Wanderer begeistern sollen und ihm ein unvergessliches Wandererlebnis bescheren sollen. Abwechslung, Erlebnisse am Weg, eine “unverlaufbare” Wanderbeschilderung und -markierung sowie tolle Aussichten und Naturnähe zeichnen diese Wanderwege aus. Premiumwanderwege müssen vom “Deutschen Wanderinstitut” nach einem strengen Kriterienkatalog zertifiziert werden. Man kann sich die Zertifizierung wie bei einer Hotel- und Ferienwohnungszertifizierung vorstellen. Und nur Wandertouren, die die Kriterien erfüllen und  mindestens 40 Punkte erreichen, können das begehrte “Deutsche Wandersiegel” erhalten.

Die Kombination aus Nähe zur Natur, sozusagen “back to the roots” auf schönen Pfaden, tollen Aussichten, gut gepflegten Wanderwegen, qualitativ hochwertigen Wandermöbeln und der perfekten Beschilderung haben Wanderwege, die mit dem Wandersiegel ausgezeichnet sind, vom Rest der Wanderwelt ab. Und da Premiumwanderwege meist als touristische Marken aufgebaut werden, ist eine nachhaltige Pflege der Wege (meistens) garantiert.

Schaukelvergnügen beim Wandern auf den Bodensee LandGängen

Man unterscheidet bei den Premiumwegen 3 Typen:

Streckenwanderwege: Diese Wanderwege sind mindestens 30 km, maximal ca. 100 km lang und können in mehreren Tagesetappen erwandert werden. Der “SeeGang” von Überlingen bis Konstanz, der aktuell auch unter meiner Projektleitung im Entstehen ist, ist solch ein Strecken-Premiumwanderweg.

Rundwanderwege: Diese Halbtages- bis Tageswanderwege haben einen gemeinsamen Start- und Zielpunkt und sind zwischen 6 km bis ca. 20 km lang. Die neuen Premiumwege im Hegau entsprechen diesem Wegetyp und sind 6 km und 7,5 km lang. Auch die anderen Touren, die in den nächsten Monaten nach und nach eröffnet werden, sind als Premium-Rundwanderwege konzipiert.

Beispiele von Premium-Rundwanderwege in Deutschland:

 

 

Genuss und zu sich selbst finden gehört beim Wandern ebenfalls dazu (WaldLiege)Picknickpause am Premiumwanderweg

 

Alpine Premiumwege: Das Begehen alpiner Premiumwege erfordert Kenntnisse der typischen alpinen Gefahren. Hier wird eine gute Kondition, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und die entsprechende Ausrüstung vorausgesetzt. Auch in unserer Region kann man z.B. am “Luftigen Grat” in Oberstaufen einen alpinen Premiumweg erkunden.

Winterwanderwege: Winterwanderwege werden als Premiumwege im Winter bei bzw. auf Schnee zertifiziert und sind auch nur im Winter markiert. In meinem ehemaligen Heimatort Reit im Winkl gibt es bereits zwei dieser einmaligen Winter-Premiumwanderwege!

Seit einigen Jahren werden auch nach und nach Premiuwege in der Schweiz, in Österreich, den Niederlanden, Frankreich, Luxemburg und Italien zertifiziert.

 

Die Kriterien Deutsches Wandersiegel – 34 Kriterien für ein optimales Wandererlebnis

Wie schon erwähnt, wird jeder Wanderweg auf Herz und Nieren mittels eines umfangreichen Kriterienkatalogs geprüft. Die Kriterien ermöglichen es, die Stärken und Schwächen des Weges möglichst genau und objektiv zu erfassen. Er enthält Qualitätskriterien für eine erlebnisreiche Wanderinfrastruktur, welche die Wanderwege sowie ihr Umfeld beurteilen. Sie bewerten nicht nur die schönen, sondern vorbehaltlos auch die kritischen Seiten eines Weges. Das bedeutet, dass jeder Weg Pluspunkte aber auch Minuspunkte sammeln kann, die am Ende gegengerechnet werden. Mindestens 40 davon benötigt man für das Wandersiegel.

Der Kernbestandteil (auch casus knaxus) des “Deutschen Wandersiegels” sind 34 Kriterien, die für jeden Wegekilometer die Aufnahme von knapp 200 Merkmalen zum Wegeformat, zur Landschaft, ihren kulturellen Sehenswürdigkeiten und zivilisatorischen Barrieren, zum Wanderleitsystem und zu den Makrostrukturen des Umfeldes verlangen. Sie beschränken sich also nicht nur – wie im Falle von Radwegen oder Bergwanderwegen – auf rein technische Gegebenheiten, sondern versuchen möglichst viele Aspekte, positive wie negative, des Wanderererlebnisses in Zahlen zu fassen.

In meinen bisherigen Wanderprojekten hat sich gezeigt, dass vor allem das Erreichen der Kernkriterien der Knackpunkt ist. Vor allem der Bereich “Verbunddecke” mit maximal 15 % auf der gesamten Strecke und maximal 1,2 km am Stück bereitet  den Wegeplanern und Projektpartnern oft heftiges Kopfzerbrechen und stundenlanges Suchen in der Natur nach Alternativwegen.

Deutsches Wandersiegel für Premiumwanderwege

Soweit also der theoretische Hintergrund zum Thema Premiumwanderwege. Wie das Projekt im Hegau von der Planung bis zur Zertifizierung gelaufen ist, erfahren Sie im nächsten Teil.

  • Wegeplanung mit den ProjektPartnern Wandern
  • Zusammenarbeit mit Gemeinden, Städte, Tourismus, Forst, Schwarzwaldverein
  • Umsetzung der Wegeidee
  • Was man drum rum noch braucht