Die neue Rundfunkgebührenregelung der GEZ für Hotels, Gästehäuser und Ferienwohnungsbesitzer

 

 

Grundsätzliches zur neuen Rundfunkgebührenregelung

 

Wer ist von den neuen Regelungen betroffen?

Von der neuen Regelung sind alle Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Institutionen sowie Einrichtungen des Gemeinwohls betroffen. Es wird ein grundsätzlicher potenzieller Nutzen durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk unterstellt, der eine finanzielle Belastung sowohl des privaten als auch des nicht-privaten Bereichs rechtfertigt. Ob sich hinter den Türen dieser Räume auch Rundfunkgeräte – gleich welcher Art – befinden, spielt keine Rolle mehr.

 

Das gilt für die einzelnen Gruppen

  1. Kleinunternehmer mit maximal acht Beschäftigten (ohne Leiharbeitnehmer und Auszubildender) zahlen bestenfalls nur € 5,99 im Monat.
  2. Öffentliche Einrichtungen des Allgemeinwohls (z. B. Schulen) müssen höchstens einen Beitrag zahlen.
  3. Familien, Wohngemeinschaften oder nichtehelichen Lebensgemeinschaften, da sie nur einmal bezahlen – unabhängig wie viele Geräte und Autos sie haben.
  4. Bezieher bestimmter Sozialleistungen, wie z. B. Arbeitslosengeld II oder BAföG, werden beitragsbefreit oder –reduziert (€ 5,99).
  5. Menschen mit Behinderung werden beitragsbefreit oder -reduziert.
  6. Saisonbetriebe, die länger als drei Monate am Stück schließen, werden auf Antrag vom Beitrag freigestellt.
  7. Selbstständige (z. B. Buchhalter), die zu Hause arbeiten und für ihre Wohnung bereits den Rundfunkbeitrag leisten, müssen keinen gesonderten Beitrag für die Betriebsstätte zahlen. Allerdings müssen sie den Beitrag für betrieblich genutzte Kraftfahrzeuge entrichten (monatlich € 5,99 pro Kfz).
  8. Zweitwohnsitzbesitzer müssen für beide Wohnungen ihren GEZ-Beitrag bezahlen.
  9. Wer Hotel- und Gästezimmer oder Ferienwohnungen vermietet, muss ab dem zweiten Zimmer bzw. Wohnung den monatlichen Rundfunkbeitrag von € 5,99 zahlen.
  10. Die Beitragshöhe für Unternehmen bemisst sich künftig nach Anzahl ihrer Mitarbeiter, Dienstfahrzeuge (ab dem zweiten) und Betriebsstätten

 

Die Anzahl der Mitarbeiter, Autos und Betriebsstätten entscheidend

 

Pro Haushalt ist ein Beitrag fällig – egal wie viele Menschen dort leben und welche Rundfunkgeräte sie haben. Deswegen wird sich für Haushalte nur wenig ändern. Nur die „Schwarzseher“ werden nun auch zur Kasse gebeten.

 

Für Unternehmer gilt jedoch etwas anderes, denn ihr Beitrag bemisst sich nach der Anzahl der voll- und teilzeitbeschäftigten Mitarbeiter (ohne Leiharbeitnehmer, Auszubildende und Minijobber), der Betriebsstätten und Betriebsfahrzeuge. Lediglich die Anzahl der Rundfunkgeräte spielt auch bei ihnen keine Rolle.

 

Wie sich das im Einzelnen auswirkt, sehen Sie in folgender Beitragsstaffel:

Staffel Beschäftigte proBetriebsstätte Anzahl derBeiträge

Beitragshöhe

pro Monat

1 0 bis 8 1/3

5,99 EUR

2 9 bis 19 1

17,98 EUR

3 20 bis 49 2

35,96 EUR

4 50 bis 249 5

89,90 EUR

5 250 bis 499 10

179,80 EUR

6 500 bis 999 20

359,60 EUR

7 1.000 bis 4.999 40

719,20 EUR

8 5.000 bis 9.999 80

1.438,40 EUR

9 10.000 bis 19.999 120

2.157,60 EUR

10 ab 20.000 180

3.236,40 EUR

(Quelle: GEZ)

 

Wichtig: Unternehmer müssen für jeden zugelassenen Dienstwagen € 5,99 bezahlen. Lediglich der Beitrag für den ersten Firmenwagen ist bereits im regulären Monatsbeitrag für die Betriebsstätte enthalten.

 

Welche Regelungen gelten speziell für Hotel- und Gästezimmer sowie für Ferienwohnungen?

 

Vermieter von Hotel- und Gästezimmern oder Ferienwohnungen müssen diese bei der Berechnung ihres Rundfunkbeitrags einbeziehen.

  • Das jeweils erste Zimmer oder die erste Wohnung in einer Betriebsstätte ist beitragsfrei.
  • Für jedes weitere Zimmer oder jede weitere Wohnung fällt ein Drittel des Beitrags in Höhe von monatlich 5,99 Euro an.
  • Daneben ist die Zahl der Betriebsstätten, der Beschäftigten und der betrieblich genutzten Kraftfahrzeuge entscheidend.

 

Für jedes Hotel- und Gästezimmer sowie jede Ferienwohnung, die zur entgeltlichen Beherbergung Dritter dienen, ist also – zusätzlich zur Beitragspflicht für Betriebsstätten und betrieblich genutzte Kfz – ein Drittel des Rundfunkbeitrages pro Monat zu entrichten (€ 5,99). Auch hier gilt: der Beitrag fällt erst ab der zweiten Raumeinheit an. Die Behandlung gemeinnütziger Beherbergungsbetriebe (z. B. Jugendherbergen) ist noch zu klären.

http://www.rundfunkbeitrag.de/unternehmen-und-institutionen/#hotel-gaestezimmer-ferienwohnung

 

Wie ermittelt man den Rundfunkbeitrag?

Beitrag Betriebsstätte (nach Mitarbeiter-Beitragsstaffel)
plus ggf. Beiträge für weitere Betriebsstätten
plus Anzahl der betrieblich genutzten KfZ (abzüglich 1 KfZ/Betriebsstätte) x € 5,99
plus Anzahl Hotel/Gästezimmer/Ferienwohnungen (abzüglich 1 Zimmer oder Wohnung/Betriebsstätte) x € 5,99

= Rundfunkbeitrag

 

Beispiel 1

Hotel mit 10 Vollzeit-Mitarbeitern, 1 Firmenwagen, 15 Zimmer

Beitrag Betriebsstätte Staffel 2          € 17,98
1 Kfz                                                              € 0,00
14 Zimmer (1 Zimmer frei!)                   € 83,86 (5,99 x 14)
Rundfunkbeitrag                                     € 101,84 pro Monat

 

Beispiel 2

1 Ferienwohnung, 1 Mitarbeiter, kein Firmenwagen

Beitrag Betriebsstätte Staffel 1                                           € 5,99
0 Kfz                                                                                               € 0,00
1 Ferienwohnung (1 Ferienwohnung beitragsfrei!)         € 0,00 (5,99 x 0)
Rundfunkbeitrag                                                                        € 5,99 pro Monat

 

Mit dem GEZ-Beitragsrechner können Sie Ihren Beitrag auch direkt online berechnen und weitere Details erfahren: www.rundfunkbeitrag.de/beitragsrechner/

 

Wichtig:

Wie bisher auch, gilt die Regelung, wer sein Unternehmen saisonbedingt länger als drei Monate hintereinander vollständig schließt, kann auf Antrag vom Rundfunkbeitrag befreit werden.

Praxis-Tipp: Da eine GEZ-Beitragsreduzierung oder Beitragsänderung nach Antrag immer erst zum 1. des Folgemonats wirksam wird, ist hier Schnelligkeit geboten und es kann mitunter viel Geld gespart werden.

Die Webseite www.rundfunkbeitrag.de enthält zielgruppenspezifische Informationen, die laufend angepasst werden. Dort sind neben dem bereits erwähnten Online-Beitragsrechner auch Erfassungsbögen und ein Kontaktformular zu finden.

 

Zur Autorin Barbara Reichart von webconaction:

webconaction ist ein Dienstleistungsunternehmen mit Angeboten in den Bereichen Social Media, Webredaktion und Tourismusmanagement. Der Focus liegt dabei in der Beratung und Betreuung von Betrieben, Kommunen, Tourismusorten und –Regionen im Allgäu, in Oberschwaben und am Bodensee. Meine Leidenschaft für strukturiertes Arbeiten setzte ich im Projektmanagement im Tourismus freiberuflich für Sie um.

Ehrliche, persönliche und individuelle Beratung und Support sowie Angebote, die wie „angegossen“ passen, sind meine Prämisse. Dabei gehe ich ganz besonders auf die verschiedenen Gegebenheiten, Wünsche und Ansprüche meiner Kunden ein und weiß durch meine langjährige Berufserfahrung worauf es ankommt. Die räumliche Nähe ist für beide Seiten aufgrund der guten Ortskenntnisse und Flexibilität von großem Vorteil.

webconaction ist individuell, persönlich, emphatisch, zeitnah, authentisch, strukturiert und engagiert. webconaction ist immer Barbara Reichart.

Diese Agentur zu leiten bedeutet für mich die Verantwortung zu tragen, jeden Tag mit Menschen im Auftrag unserer Kunden zu kommunizieren. Eine Verantwortung, die ich sehr ernst und gerne übernehme.

Meine Kunden sind Tourismusorte und –Destinationen, Kommunen, Landratsämter sowie Klein- und Mittelbetriebe. Durch die räumliche Nähe zu meinen Kunden im Allgäu, in Oberschwaben und am Bodensee bin ich flexibel und kenne die Gegebenheiten vor Ort. Meine langjährige Berufserfahrung in Kommunen und Tourismusregionen weiß ich zu Ihrem Wohl einzusetzen.

www.webconaction.de 

 

 

Gastartikel: Warum Google+ in Zukunft die Suche beeinflussen wird?!

 

Die Einführung von Google+ vor knapp zwei Jahren hat für einen deutlichen Umbruch in der SEO & Social Media-Branche gesorgt. Sofort wurde befürchtet, dass das Unternehmen sich nun hauptsächlich auf die Aktivitäten der eigenen Nutzer für die Suchergebnisse stützen wird. Nun da Google+ einige Zeit aktiv ist, gibt es sogar die ersten Tests über die Auswirkungen von Google+ auf die organische Suche. Auch wenn diese Tests nicht repräsentativ sind, zeigen sie doch interessante Ergebnisse.

Die Auswirkungen von Google+ auf die Google-Suche

Bereits einige Wochen nach der Einführung hat sich der Button für die Google+ Suche im Internet verbreitet. Die Webseiten und Blogs, die bisher nur auf Twitter und Facebook gesetzt haben, haben natürlich auch den entsprechenden Button zum Teilen von Inhalten auf Google+ auf ihren Webseiten installiert. Dabei handelte es sich nicht alleine um das Kalkül mehr Nutzer über Google+ zu generieren, sondern vor allem die Auswirkungen auf die Suche zu testen. Auch wenn in den ersten Monaten kaum Änderungen bei den Ergebnissen beobachtet werden konnten, haben doch zumindest die Tests ergeben, dass ein Klick auf den Button vom sozialen Netzwerk von Google mehr Einfluss auf die Suche bringt, als ein vergleichbarer Klick auf Twitter oder Facebook. Der Einfluss der sozialen Netzwerke auf die organische Suche ist spätestens seit dem Google Penguin Update kein Geheimnis mehr und somit haben die Betreiber von Webseiten ein natürliches Interesse daran, dass ihre Webseiten gut mit den sozialen Netzwerken interagieren.

 

 

Wie das soziale Netzwerk das Suchverhalten beeinflusst

 

Der Clou hinter der Nutzung der sozialen Netzwerke ist ganz einfach. Die Nutzer sehen auf Webseiten Inhalte, die ihnen gefallen, und teilen diese anschließend mit einem einfachen Klick auf Facebook oder auf Google+. Nun sind es die Follower der Nutzer in den sozialen Netzwerken, die natürlich ebenfalls in die Reichweite der Inhalte kommen. Google bewertet solche Links besonders und gibt ihnen ein Schub bei der Kreativität. Die Folge ist: Je mehr die Menschen Inhalte über die sozialen Netzwerke teilen, desto höher ist ihre Popularität und die damit verbundene Steigerung in den Ergebnissen der Suchmaschinen. Der normale Nutzer von Google, der eigentlich überhaupt nicht bei Google+ oder einem anderen sozialen Netzwerk vertreten ist, hat also auch einen indirekten Einfluss durch das soziale Netzwerk beim Suchen von Inhalten. Besonders Unternehmen aus der SEO-Branche sehen dies als eine Chance. Je mehr das Web von den sozialen Netzwerken beeinflusst wird, desto einfacher ist es, populäre Inhalte auch wirklich ganz weit oben bei den Suchmaschinen zu listen.

 

Was der SEO Wert eines Google+ Profils ist, finden Sie in der Infografik. Quelle: www.searchenginepeople.com

 

Gastartikel von Paul Bieber. Er ist SEO & Social Media bei Columbus Interactive. Zu seinen Kunden gehören u.a. “marketingplanner.de”  und der “Lackieranlagen Hersteller azo“.

Zeil: „Bayerntourismus weiter auf Rekordkurs“

Pressemitteilung

Tourismusbranche im Freistaat mit hervorragender Zwischenbilanz

MÜNCHEN   Die Rekordmarken vergangener Tourismusjahre sind zum Greifen nah. Die aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamtes für den Zeitraum Januar bis November 2012 deuten darauf hin, dass 2012 ein großartiges Tourismusjahr war. Die Zahl der Gästeankünfte liegt um rund 700.000 unter dem Rekordwert für das Gesamtjahr 2011. Bei den Gästeübernachtungen fehlen knapp über zwei Millionen, um den Endstand des Jahres 2011 zu erreichen. Bayerns Wirtschafts- und Tourismusminister Martin Zeil kommentiert die Zahlen des Statistischen Landesamts mit großer Zufriedenheit:  „Der Tourismus im Freistaat boomt und zeigt sich 2012 von seiner besten Seite. Bei den Gästeankünften stehen die Zeichen gut, um das Allzeit-Hoch des Jahres 2011 einzustellen und einen neuen Rekord zu erzielen. Bei der Zahl der Übernachtungen bleibt es spannend, ob wir die bis heute gültigen Bestmarken der Jahre 1991 und 1992 (mit knapp über 82 Millionen bzw. rund 81,5 Millionen Übernachtungen) erreichen können. Wenn sich die Dezemberzahlen auf Vorjahresniveau bewegen, werden wir bei Ankünften und Übernachtungen neue Spitzenwerte aufstellen“, erklärt Zeil.

 

Für die Monate Januar bis November 2012 weist die amtliche Statistik mit 29,1 Millionen Gästeankünften ein Plus von 4,6 Prozent und mit 78,8 Millionen Gästeübernachtungen einen Zuwachs von 4,0 Prozent gegenüber dem Ergebnis vor Jahresfrist aus. Alle Betriebsarten im Bayerntourismus profitieren von diesem Wachstum ebenso wie alle Destinationsgrößen in den verschiedenen Landesteilen Bayerns.

 

Die weiß-blaue Hotellerie verzeichnet mit 23,9 Millionen Ankünften und 53,9 Millionen Übernachtungen im Zeitraum von Januar bis November deutliche Zuwächse von 4,7 Prozent beziehungsweise 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Einen starken Aufwärtstrend verzeichnet auch der Campingtourismus in Bayern. 1,4 Millionen Ankünfte und 4,6 Millionen Übernachtungen bedeuten ein Plus von 9,2 Prozent und 7,9 Prozent gegenüber dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums. Die Wachstumsraten im Campingtourismus sind damit praktisch doppelt so hoch wie die gesamtbayerischen Zuwachsraten bei Gästeankünften und -übernachtungen. Auch die bayerischen Heilbäder verbuchen in den ersten elf Monaten 2012 Zuwächse. Mit 4,3 Millionen Ankünften schneiden sie um 4,9 Prozent besser ab als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres und generieren damit ein Aufkommen von 21,0 Millionen Übernachtungen (+ 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert). Nachhaltig positiv entwickelt sich weiterhin Bayerns Städtetourismus, der mit 3,7 Prozent mehr Ankünften und fünf Prozent mehr Übernachtungen zur Erfolgsbilanz beiträgt.

 

Sehr gute Wachstumsraten verzeichnen auch die bayerischen Luftkurorte und Erholungsorte mit 5,5 Millionen Gästeankünften (+ 5,7 Prozent) und 19,3 Millionen Übernachtungen (+ 4,8 Prozent). Bayerns kleinere Gemeinden unter 100.000 Einwohnern erzielten ein Plus von 5,1 Prozent bei den Gästeankünften und 3,7 Prozent bei den Gästeübernachtungen. Die erfolgreiche Entwicklung in den kleineren Gemeinden, den Luftkurorten und Erholungsorten und im Campingtourismus belegt, dass sich das Wachstum im Bayerntourismus nicht allein auf die Städte konzentriert, sondern auch in der Fläche Bayerns durchschlägt. Der Tourismus ist damit ein Konjunkturmotor für alle Regionen im Freistaat. Besonders der Ländliche Raum profitiert vom Tourismus als Garant für Arbeitsplätze, Einkommen und gute Zukunftsperspektiven.

 

Zeil betont: „Der Dezember und die vor uns liegenden Monate versprechen weiterhin positive Ergebnisse, denn unsere Destinationen sind im Wintertourismus sehr gut aufgestellt und traditionell sehr erfolgreich. Der Wintertourismus ist in Bayern eine der tragenden Säulen, denn rund 40 Prozent der Gästeübernachtungen im Freistaat entfallen auf das Winterhalbjahr von November bis April. Bayern hat hier für den Urlauber unvergleichlich viel zu bieten, vom Wintersport über Wellness-, Gesundheits- und Kurangebote bis hin zum Besuch von Thermen und Erlebnisbädern. Und die ersten Ergebnisse der amtlichen Statistik für den November 2012 zeigen, dass dieses Angebot von unseren Gästen hoch geschätzt wird.  Mit einem Plus von drei Prozent bei den Gästeankünften und -übernachtungen hat die touristische Nachfrage den Vorjahreswert deutlich übertroffen. Ich wage deshalb die Prognose: 2012 wird für den Bayerntourismus ein Jahr der Rekorde.“

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Die Vierschanzentournee – eine kleine Facebook Analyse

 

Teil 1 – Die Vierschanzentournee – eine kleine Facebook Analyse

 

Ein frohes neues Jahr 2013 wünsche ich allen meinen Lesern. Natürlich konnte ich als frischgebackene Selbständige auch während der Feiertage mein Social Media Hirn nicht wirklich ausschalten, und so habe ich mich vor Weihnachten gefragt, ob und wie die Top-Skispringer und Tourismusorte der Vierschanzentournee dieses große – und auch nicht ganz billige - Sportereignis für ihre Social Media Aktivitäten nützen.

Ich wollte vor allem herausfinden, ob Facebook als Kommunikationsplattform überhaupt verwendet wird, und wenn ja, ob es eher als Werbeplattform „missbraucht“ wird und man viele als Beitrag versteckte Werbeschaltungen findet, oder ob versucht wird, tatsächlich mit den Fans zu kommunizieren und Gespräche anzuregen.

Dazu habe ich mir Mitte Dezember die aktuellen Aktivitäten einiger Sportler und der vier Austragungsorte auf Facebook sowie die Blogs der Top-Skispringer angesehen. Homepages, Twitter & Co wurden von mir außen vor gelassen, da ich mich voll auf Facebook konzentrieren wollte.

Als Exil-Österreicherin habe ich nach der ersten Analyse dann den derzeit besten österreichischen Skispringer Gregor Schlierenzauer und die deutsche Hoffnung Severin Freund genauer unter die Lupe genommen.

Auch bei den Austragungsorten möchte ich mich auf eine österreichische und eine deutsche Tourismusdestination beschränken, damit wir den Blograhmen nicht allzu sehr sprengen. :-)

 

Beginnen wir also im ersten Teil meines Vierschanzentournee Blogbeitrages mit den Skispringern, bevor ich im zweiten Teil die Tourismusorte Innsbruck und Oberstdorf während der Vierschanzentournee miteinander vergleiche.

Vorweg kann schon so viel gesagt werden: die meisten Athleten sind in irgendeiner Art und Weise mal mehr, mal weniger in verschiedensten Netzwerken, Blogs oder anderen Plattformen aktiv. Wie Social Media von ihnen genutzt wird ist sehr unterschiedlich – nicht nur in den Intensität sondern auch bei der Art der Kommunikation und dem Umgang mit Fans.

 

Gregor Schlierenzauer (Österreich)

Gregor Schlierenzauer betreut seine Facebook-Seite, die am 18. Dezember 30146 Fans hatte, persönlich und schreibt selbst seine Beiträge. Er postet dabei jeden Tag, manchmal sogar zwei oder drei Mal, mit vielen selbst geschossenen Fotos aus seinem beruflichen und privaten Leben sowie  Links zu seiner Homepage. Videos finde ich weder zu diesem Zeitpunkt noch später keine auf seiner Seite.

Seine Posts erreichen wohl viele Menschen und werden je nach Beitragsart schon im Dezember zum Teil bis zu 3000 Mal geliked, häufig kommentiert und ab und zu auch geteilt. Man hat das Gefühl tatsächlich mehr über den Menschen Gregor Schlierenzauer zu erfahren und Teil seines Lebens zu sein. Auffällig ist auch, dass er die Posts in zwei Sprachen (deutsch und englisch) ausführt.

Neben dem Facebookauftritt schreibt er auf seiner Homepage www.gregorschlierenzauer.at auch einen eigenen Blog, auf den immer wieder mal hingewiesen und verlinkt wird. Zum Teil werden die Einträge wahrscheinlich von einem Pressemitarbeiter in dritter Person geschrieben, was aber beim Lesen sofort klar wird.

Außerdem findet man bei Facebook neben einigen von Gregor-Fans gestalteten Seiten auch einen Eintrag über den Sportler (Daten aus Wiki), der immerhin auch 33434 Personen gefällt.

 

Die Vierschanzentournee und die Fan-Aktivitäten auf Facebook

Ab Weihnachten verstärkt sich sein Engagement nicht erheblich, aber aufgrund der großen medialen Präsenz und seiner tollen Erfolge bei jedem Springen steigt die Zahl seiner Fans innerhalb von drei Wochen auf 50677 Fans an (Stand 9.1.). Das ist ein Plus von rund 20500 Fans. Wahnsinn oder? Seine Fans bleiben ihm natürlich auch während der Wettbewerbe treu und so erhält er bei jedem Post durchschnittlich 1700 bis 3000 Likes und zwischen 150 und 300 Kommentaren. Zudem werden die Posts meist 50 Mal geteilt.  Ab und zu streut er auch einen kleinen Werbe-Link zum Beispiel zu OMV ein, was im Vergleich natürlich nicht allzu gut ankommt, aber trotzdem mit ca. 430 Likes belohnt wird.

Das Posting-Highlight findet am Tag seines Tourneesieges am Montag, 7. Januar mit einem Tourneesieg-Geburtstags-Post statt. Dieser  Beitrag wurde, Stand 9. Januar, bisher von 12870 Personen mit einem „Gefällt mir“ versehen, er erhielt 1026 Kommentare und die Nachricht wurde 209 Mal geteilt! Das nenn ich mal einen effektiven Post!

Sein Blog wird zur Zeit der Vierschanzentournee von einem Mitarbeiter geschrieben. Durch die Interview-Form der Beiträge hat man aber trotzdem den Eindruck, dass die Antworten von ihm persönlich kommen und man dadurch gegenüber den Fernseh- und Radiointerviews wieder einen Tick mehr über ihn erfährt. Trotz Interview-Stress fand Gregor Schlierenzauer auch noch Zeit während der Fahrt zur nächsten Trainingseinheit einen eigenen Blogbeitrag am zu verfassen. Darin bedankt er sich bei seinen Fans, den Veranstaltern und erzählt, wie er sich während der Tournee gefühlt hat und wie es für ihn aus seiner Sicht nun weiter gehen wird.

Viel mehr kann man glaube ich für seine Fans nicht machen. Damit zeigt er uns, dass er nicht nur im Skispringen ein Ass ist, sondern auch weiß, wie man authentisch, glaubwürdig, emotional und vertrauensvoll mit seinen  Fans umgeht. Ich hätte mir ab und zu mal ein Video von ihm und den anderen Springern gewünscht, so wie es Thomas Morgenstern gerne mal veröffentlicht.

 

Severin Freund (Deutschland)

Ein ganz anderes Bild liefert sein deutscher Skisprung-Mitbewerber Severin Freund.


Er betreibt auch eine eigene Fanseite, auf der er ab und zu etwas postet. Mitte Dezember waren es durchschnittlich 2 bis 3 Posts pro Woche, meist mit einem Hinweis und Link zu seinem Blog unter www.severinfreund.de . Die Beiträge sind eher neutral und bieten keinen erkennbaren Mehrwert für den Leser. Sicherlich hängt damit auch die, im Vergleich zu Schlierenzauer und Morgenstern (78454 Fans) niedrigere Zahl von nur 2143 Fans zusammen. Entsprechend sind natürlich die Viralität und die Resonanz der Freund-Fans (durchschnittlich rund 50-150 Likes, 10-20 Kommentare).

Auch von Severin Freund habe ich einen Wikieintrag gefunden, der 1410 Personen gefällt.

In seinem Blog schreibt Severin Freund dann selbst über seine sportlichen Aktivitäten und Eindrücke. Im Vergleich zu Gregor Schlierenzauer etwas zurückhaltender und nicht so offen, dies kann aber denke ich auch am Charakter von Severin Freund liegen. Er versucht mit seinem Blogeinträgen auch Nähe zu seinen Fans zu erzeugen, schafft es aber aus meiner Sicht nicht ganz so gut.

In der Zeit der Vierschanzentournee schreibt Severin insgesamt nur drei Facebook-Posts. Nach dem 1. Januar 2013 konzentriert er sich wohl voll und ganz auf das Springen, da weder im Blog noch auch Facebook Einträge erfolgen. Erst am 8. Januar, nachdem die Tournee abgeschlossen war, meldet sich Severin Freund mit einem zweisprachigen Beitrag wieder. Kurz und knapp lässt er die für ihn nicht so gut verlaufene Vierschanzentournee hinter sich und berichtet darüber, wie er in den nächsten Tagen weiter trainieren möchte. Gute Infos, aber wenig echte Nähe. Trotzdem konnte er in dieser Zeit Fans sammeln, sodass er augenblicklich rund 3800 Facebook-Fans hat, was immerhin ein Plus von 77 % bedeutet. Also Kopf hoch Severin!

 

Wir haben hier also zwei ganz unterschiedliche Herangehensweisen von Profi-Skispringern zur Nutzung des sozialen Netzwerkes Facebook und einem eigenen Blog.

Gregor Schlierenzauer setzt aus meiner stark Sicht auf Kontinuität, Authentizität und Nähe zu seinen Fans. Sowohl im Blog als auch auf Facebook spricht er tatsächlich selbst, verwendet Fotos, die er selbst oder andere von ihm gerade gemacht haben und lässt seine Anhänger an seinem Sportlerleben teilhaben.

Severin Freund könnte mit seinen Social Media die Fanbindung noch viel weiter ausbauen. Er ist derzeit meiner Meinung nach nur in Facebook „drin“, nutzt aber die Potentiale, die dieses Netzwerk bietet nicht aus. Seine Blogbeiträge liefern einen kleinen Einblick in seine berufliche Tätigkeit ohne zu viel von ihm und seinem Privatleben zu verraten. Ein echter Mehrwert für die Fans fehlt da leider noch.

Ob die Art der Anwendung nun an den Charakteren der beiden liegt oder ob die Gewichtung und damit die Wichtigkeit dieser Medien für Gregor und Severin einfach ganz unterschiedlich sind, kann ich natürlich von meinem Bürotisch aus nicht beurteilen. Interessant fand ich es trotzdem zu sehen, wie unterschiedlich selbst Spitzensportler die zur Verfügung stehenden Tools verwenden, um mit ihren Fans zu kommunizieren.

 

Zur Autorin:

Barbara Reichart leitet die Social Media und Tourismus Agentur „webconaction“ mit Sitz in Heimenkirch im Allgäu. www.webconaction.de. Sie betreut Tourismusorganisationen, Tourist-Informationen und Klein- und Mittelständische Unternehmen in Fragen rund um Social Media, Webredaktion und Tourismusprojekte.

 

ADAC Tourismuspreis Bayern 2013 geht nach Schwaben

Herzlichen Glückwunsch an den Tourismusverband Allgäu/Bayerisch-Schwaben!

 

Nördlingen. Das Projekt „Großes Kino für die Ohren: die Bayerisch-Schwaben-Lauschtour“ des Tourismusverbandes Allgäu/ Bayerisch-Schwaben ist der Gewinner des ADAC Tourismuspreises Bayern 2013. Bei der feierlichen Preisübergabe in der Alten Schranne in Nördlingen nahm Verbands-Geschäftsführer Bernhard Joachim aus den Händen von Dr. August Markl, Vorsitzender des ADAC Südbayern, und Bayerns Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel eine eigens für diesen Anlass geschaffene Bronze-Skulptur entgegen. Mit der erstmals gemeinsam vom ADAC in Bayern und der Bayern Tourismus Marketing GmbH (by.TM) vergebenen Auszeichnung ist ein Marketingpaket im Wert von rund 30 000 Euro verbunden, das unter anderem eine kostenfreie Ausstellungsfläche für den Gewinner auf der Freizeit- und Erlebnismesse f.re.e vom 20. bis 24. Februar in der Neuen Messe München beinhaltet.

„Mit der Lauschtour wurde ein kombiniertes Hör-Wander-Erlebnis geschaffen, das nicht nur einen Mehrwert für die Regionen bietet, sondern auch eine nachahmenswerte Idee für andere touristisch nur schwer zu erschließende Regionen ist“, würdigte Markl das Konzept. Diese Einschätzung teilten auch Nördlingens Oberbürgermeister Hermann Faul und Staatssekretärin Katja Hessel. Sie betonte: „Die ’Bayerisch-Schwaben-Lauschtour’ setzt neue Maßstäbe in der Vermittlung und Inszenierung touristischer Informationen. Jenseits der bewährten Infotafeln und Gästeführungen schaffen die Audio-Touren einen neuen, ganz eigenen Erlebniswert. Sie sind die moderne und attraktive Antwort im Tourismus auf Smartphone & Co. Die drei heute prämierten Projekte stehen exemplarisch für erfolgreichen, innovativen und zukunftsweisenden Bayerntourismus.“

Lauschtour durch Bayerisch-Schwaben
Zu sechs Regionen in Bayerisch-Schwaben hat der Tourismusverband informative Audio-Guides erarbeitet. Die Gestaltung der alle Altersklassen ansprechenden Lauschtouren ermöglicht es nicht nur die jeweiligen historischen und landschaftlichen Besonderheiten authentisch und unterhaltsam zu entdecken, sondern dies auch im eigenen Tempo und nach eigenem Zeitplan zu tun.
Recherchiert und ausgearbeitet wurden die Wanderungen vom früheren SWR 3-Reporter Marco Neises. Ähnlich wie Rundfunkreportagen begleiten die Lauschtouren den Hörer mit Originaltönen, spannenden Erzählungen und Sound-Effekten. Für Smartphone-Besitzer stehen die Strecken als kostenlose App zum Herunterladen zur Verfügung. Alternativ kann man iPods vor Ort leihen. Alle Hör-Wanderungen sind durch große Starttafeln gekennzeichnet. Dazu gibt es eine Gratis-Broschüre, die anhand von Karten und Fotos die Wege beschreibt. Im laufenden Jahr kommen sieben weitere Touren hinzu. Dann können Natur und Kultur in allen Teilen Bayerisch-Schwabens auf diese neue und entspannte Art entdeckt werden. Informationen zu den Bayerisch-Schwaben-Lauschtouren gibt es im Internet unter www.bayerisch-schwaben.de/lauschtour.

Ehrenpreise gehen ins Allgäu und nach Franken
Insgesamt wurden 25 für den Tourismus im Freistaat wegweisende Initiativen zum Wettbewerb eingereicht. Sechs Projekte kamen in die engere Auswahl und wurden von einer Fachjury aus Vertretern von Forschung und Lehre, von Verbänden und Institutionen sowie der Medien präsentiert. Zweiter wurden die „Explorer Hotels“, die ihre Gäste an die Passiv-Hotel-Thematik heranführen und auf anschauliche Weise die Möglichkeiten erneuerbarer Energien nahebringen. Den dritten Platz belegte das von einer Arbeitsgemeinschaft aus dem Altmühltal initiierte Projekt „Stromtreter“. Ein Partner-Netzwerk für E-Bike-Touristen von Ladepunkten, Vermiet- und Servicestationen abseits der flachen Radwege entlang von Flusstälern.

Tourismus in Bayern fördern
Mit dem ADAC Tourismuspreis werden seit 2009 im Rahmen eines offenen Wettbewerbs innovative, auf Nachhaltigkeit angelegte touristische Projekte und Initiativen aus Bayern ausgezeichnet. Mit 2,6 Millionen Mitgliedern ist der ADAC in Bayern der größte Verein im Freistaat. Rund die Hälfte der an den Club gerichteten Mitgliederanfragen hat einen touristischen Hintergrund, ein Drittel davon betreffen Naherholungs-, Freizeit- und Wochenendziele. Das zeigt den hohen Stellenwert, den das Thema Tourismus für den Automobilclub hat. Die Auszeichnung und das mit dem Preis verbundene attraktive Marketingpaket sollen dazu beitragen, dass sich der Freistaat dauerhaft an der Spitze der Top-Urlaubsdestinationen in Deutschland behaupten kann. Besonders auch mit Blick auf 560 000 nicht verlagerbare Arbeitsplätze, die mittel- und unmittelbar mit dem Tourismusstandort Bayern verbunden sind. Um die touristische Vielfalt hierzulande auch langfristig gewährleisten und ständig verbessern zu können, bedarf es einer konsequenten und kreativen Weiterentwicklung der Angebote und Leistungen. Mit dem ADAC Tourismuspreis sollen beispielhafte, im Freistaat beheimatete Projekte einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Die Wettbewerbseinreichungen werden von einer Fachjury begutachtet, die in geheimer Abstimmung im Mehrheitsverfahren die Sieger bestimmt. Mittlerweile haben weitere ADAC Regionalclubs einen Tourismuspreis nach bayerischem Vorbild ausgelobt.